Interviewpartner: MS = Mario Schulz – stolzer Hundebesitzer
HH = Dr. med. vet. Hedwig Hanik – Tierärztin und Hundebesitzerin
„Was ist besser für meinen Hund:
Nassfutter oder Trockenfutter? Das ist hier die Frage“
Artgerechtes Hundefutter
MS: Ich wollte heute mit Dir über artgerechtes, gesundes Tierfutter plaudern. Wir haben uns kennen gelernt beim Spaziergang und da habe ich gemerkt, Du weißt einiges darüber. Ich habe mir als erstes die Frage gestellt, es kommt doch sicherlich auf die Lebensphase des Hundes an, also wo der Hund sich gerade befindet in seinem Lebenszyklus. Ist es ein junger Hund, ist es ein älterer Hund, ist es ein Hund, der Krankheiten hat oder übergewichtig ist, zum Beispiel. Unser Hund ist kein Welpe aber hat einen sehr empfindlichen Magen. Was sind Deine Erfahrungen? Was würdest du füttern?
HH: Wenn er ganz jung ist, braucht er einfach mehr Eiweiß für den Muskelaufbau. Er ist am Wachsen, er braucht vielleicht, aber das sagt nicht jeder so, ein bisschen mehr Mineralstoffe, weil er ja auch Knochen aufbaut. Wenn er dann erwachsen ist und relativ stabil und wenn er älter wird, dann muss man darauf achten, dass man weniger Protein füttern, um die Nieren zu entlasten, die Leber zu entlasten. Und wenn er natürlich einen empfindlichen Magen hat, muss man bei dieser Art von Hund mehr aufpassen, als wenn er wirklich alles mögliche füttern könnte.
MS: Es gibt ja auch Hunde, die fressen alles, sage ich mal. Die fressen wirklich alles und denen macht es gar nichts aus.
HH: Die Staubsauger.
MS: Genau. Bei meinem ist es eher so, dass der offensichtlich manche Sachen nicht verträgt. Jetzt ist für mich zum Beispiel die Frage, macht es mehr Sinn Trockenfutter zu füttern, also strengt ihn das mehr an. Braucht er da mehr Flüssigkeit? Oder macht es mehr Sinn, Nassfutter füttern, also Dose zu füttern, wie man so einfach sagt? Wie siehst Du das?
HH: Trockenfutter ist immer so, dass es nur zehn Prozent Feuchtigkeit hat, dann aber im Magen liegen bleibt. Selbst wenn er mehr trinkt, geht das Wasser einfach nur an dem was im Magen liegen bleibt vorbei und wird so ziemlich schnell wieder ausgeschleust. Es braucht viel länger, dass es aus dem Magen herauskommt. Auch für den Rest des Magen-Darm-Traktes braucht es länger.
MS: Es braucht länger, um durch den Hund durchzugehen, das Trockenfutter?
HH: Ja, genau. Es dürfen keinerlei Schadstoffe drin sein, weil die Schadstoffe haben dann einfach mehr Zeit, in den Hund über zu gehen.
MS: Stimmt, das habe ich auch noch nicht so gesehen.
HH: Was dann auch noch ist, wenn so ein Klumpen trockenes Futter im Magen länger drin bleibt, sind größere Hunderassen gefährdet, dass sie eine Magendrehung bekommen.
MS: Ja, das habe ich auch schon gelesen.
HH: Es ist einfach bei Feuchtfutter nicht, das geht schneller durch den Magen durch. Das Problem ist, selbst wenn er mehr trinkt, dass das Trockenfutter im Magen eben nicht so schnell Wasser aufsaugen kann, sondern dass das Wasser einfach um den trockenen Bestandsteil im Magen herum läuft und dann ganz schnell aus dem Mange wieder heraus geschleust wird.
MS: Es gar nicht richtig verdaut ist?
HH: Ja, genau. Es liegt statt einer Halben, zwei Stunden im Magen, das ist schon ein Unterschied.
„Trockenfutter einweichen?“
MS: Kann man dem entgegenwirken, in dem man das Trockenfutter vorher einweicht? Damit es schon draußen quillt, also bevor der Hund frisst?
HH: Ja, da gibt es aber auch Unterschiede zwischen den Trockenfuttern. Manches weicht man ein und nach einer Stunde ist das noch genauso hart. Andere werden weich nach zehn Minuten oder nach 15 Minuten, da sind die schon ganz locker und zerfallen.


